Am 17. August fand bereits zum dritten Mal die Gratulationsfeier für die erfolgreichen Lehrabgänger des Laufentals und des Schwarzbubenlandes statt. Insgesamt wurden 24 junge Berufsleute geehrt. Organisiert wurde diese Feier, an der auch Eltern, Lehrmeister und zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft teilnahmen, von der Promotion Laufental, dem Forum Regio Plus, dem Gewerbeverein KMU Laufental sowie den Gewerbevereinen des Schwarzbubenlandes. Über diesen würdigen und für die Lehrabgänger motivierenden Anlass hat das Wochenblatt bereits berichtet.
«Eines habe ich in meiner Lehrzeit gelernt:Man darf niemals stehenbleiben – auch wenn dies vermutlich bequemer wäre. Die Welt entwickelt sich ständig weiter. Wer den Anschluss verliert, hat bereits verloren. Deshalb sollte jeder von uns immer Ziele haben, leistungsbereit sein und sich vor neuen Herausforderungen nicht fürchten.»
Aus der Festansprache von Yasemine Dogan,
erfolgreiche Lehrabschluss-Absolventin als Kauffrau, an diesjährigen Gratulationsfeier
Die Promotion Laufental hat sehr früh erkannt, dass die Lehrlingsausbildung auch aktive Wirtschaftsförderung ist. Im Wissen darum entstand das Projekt «Das Laufental macht Schule». In enger Zusammenarbeit mit dem KMU-Lehrbetriebsverbund der Wirtschaftskammer Baselland ist es gelungen, dass im Laufental mittlerweile qualitativ bessere und vor allem mehr Lehrstellen angeboten werden. Dank dieser erfreulichen Entwicklung können der Laufentaler Wirtschaft wieder mehr qualifizierte Berufsleute aus der Region zur Verfügung gestellt werden. Dass diese Anstrengungen auch in die benachbarten solothurnischen Amtsbezirke Thierstein und Dorneck ausstrahlen und dort Wirkung zeigen, ist ein erfreulicher und sehr willkommener Zusatzeffekt.
Einzigartiges Erfolgsmodell
Die Berufsbildung ist eine der wichtigsten Kernaufgaben der Wirtschaft. Unser duales Berufsbildungssystem mit der praxisnahen Ausbildung im Betrieb, mit dem theoretischen Unterricht an den Berufsschulen und mit den von den Berufsverbänden durchgeführten Überbetrieblichen Kursen ist weltweit einzigartig und ein Erfolgsmodell sondergleichen. Dieses System hat sich bewährt – es garantiert eine hohe Ausbildungsqualität und macht den Berufsnachwuchs «fit» für den herausfordernden Berufsalltag. Die KMU-Wirtschaft wird sich deshalb mit gutem Grund stets vehement gegen allfällige Bestrebungen zur Wehr setzen, welche die Berufsbildung verschulen und aus der Alltagspraxis der Betriebe herauslösen wollen.
Wichtiger Puffer in Krisenzeiten
Gerade in konjunkturell angespannten Zeiten zeigt sich der Stellenwert der Berufsbildung besonders deutlich: Beschäftigte mit einer Berufslehre sind am wenigsten von Arbeitsplatzverlust und Arbeitslosigkeit betroffen. Der Internationale Vergleich zeigt auch, dass das Berufsbildungsland Schweiz die tiefste Jugendarbeitslosigkeit aufweist. Länder, welche das duale Berufsbildungssystem nicht kennen, verzeichnen die meisten Jugendlichen ohne Ausbildung.
Das ganze Leben ist eine Lehre
Aufgrund verschiedener Studien wissen wir, dass der Arbeitsmarkt gut ausgebildete Berufspraktiker und Absolventen der höheren Berufsbildung gegenüber Uni-Abgängern klar bevorzugt. Dieser Umstand zwingt die Politik noch mehr, Berufsbildung und akademische Bildung tatsächlich und nachhaltig gleichwertig zu behandeln – im Besonderen bei den entsprechenden Bildungsausgaben. Doch auch die Berufsleute, vor allem die Lehrabgänger, sind gefordert: Es wäre ein Trugschluss zu meinen, mit dem Lehrabschluss sei nun alles geregelt. Eine erfolgreiche berufliche Karriere hängt heute nicht nur von Flexibilität und überdurchschnittlicher Leistung ab, sondern mindestens ebenso von der Bereitschaft, sich permanent weiterzubilden. Dabei gewinnen vor allem die Berufsmaturität und die vielfältigen Möglichkeiten zur höheren Berufsbildung an den Fachhochschulen an Bedeutung. Die entsprechende Durchlässigkeit unseres Berufsbildungssystems gilt es deshalb zu nutzen. Unsere Gratulationsfeier verfolgt zwei wichtige Ziele: Einerseits wollen wir die erfolgreichen jungen Berufsleute auszeichnen und ihren Leistungswillen gebührend anerkennen. Andererseits wollen wir sie motivieren, nicht stehen zu bleiben, sondern sich beruflich und persönlich stetig weiterzuentwickeln. Gleichzeitig wollen wir aber auch den Lehrbetrieben und den Lehrmeistern für ihr unverzichtbares Engagement in der Berufsbildung danken.
«Die Berufsbildung ist ein Eckpfeiler der Schweizer Wirtschaft. Investitionen in die Berufsbildung sind Investitionen in das Unternehmen und in die Konkurrenzfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Schweiz.» Diese Aussage, die vor drei Jahren im Rahmen einer nationalen Imagekampagne zur Förderung der Berufsbildung getroffen wurde, ist nach wie vor uneingeschränkt gültig.