Ausgangslage
In der Schweiz erleiden jedes Jahr gegen 8000 Personen einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Um die Überlebenschance der Betroffenen zu steigern, soll das Wissen zur Durchführung von lebenserhaltenden Massnahmen in der Bevölkerung erhöht werden. Die Überlebensrate nach einer Reanimation liegt in der Schweiz zwischen 5 bis 13 Prozent. Kantone mit einem erfolgreich implementierten First Responder System, wie die Kantone Tessin oder Bern, konnten die Überlebensrate auf 52 Prozent steigern. Die Anfahrtszeit der Sanität zu einem Einsatzort bei dringenden Einsätzen dauert auch in unserer Region seine Zeit. Das bedeutet, dass nicht alle Patientinnen und Patienten innerhalb der kritischen Frist von weniger als fünf Minuten nach Eintreten eines Herz-Kreislauf-Stillstandes professionelle Hilfe erhalten können. Mit jeder verlorenen Minute sinkt die Überlebenschance um bis zu zehn Prozent. Um die kritischen Minuten bis zum Eintreffen der Rettung überbrücken zu können, wurde in den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft das sogenannte First Responder System aufgebaut: Ausgebildete und registrierte Laienhelfer, die First Responder, welche sich nahe beim Ereignisort befinden, werden von der Sanitätsnotrufzentrale 144 alarmiert, eilen zum Ereignisort und führen lebenserhaltende Massnahmen bis zum Eintreffen der Sanität durch. Im Laufental gibt es jedes Jahr ca. 10-20 Einsätze, im Kanton Basel-Landschaft ca. 300.
Ziel
Mit dem Projekt „Erste Hilfe“ wurden die regionalen Aktivitäten und Erste Hilfe Kursanbieter koordiniert und die breite Öffentlichkeit informiert über Ausbildungskurse, Standorte der Defibrillatoren sowie über das System der „First Responder“. Es wurden 4 Kurse organisiert. Nach Abschluss des Kurses wurde ein Kurs-Zertifikat «BLS-AED-SRC Komplett» ausgestellt.
Das System „First Responder“
Bei Verdacht auf Herzkreislaufstillstand löst die Sanitätsnotrufzentrale 144 den Alarm der First Responder parallel zum Rettungsdienst aus. Registrierte First Responder empfangen den Alarm über die Smartphone App. Diejenigen, die den Alarm quittieren und sich am nächsten innerhalb des vom System definierten Einsatzradius befinden (in der Regel sind das drei First Responder), erhalten die Einsatzdetails in der App und begeben sich zum Einsatzort.
Kurzvideo
Standorte der Defibrillatoren
- Alle Standorte finden Sie in der First-Responder-App 1st Responder Kanton BS/BL im Applestore oder im Google-Play-Store oder auch auf defikarte.ch und in den Geoportalen.
- Neue Standorte können Sie auf defiform.stiftung-ersthelfer.ch melden. Diese werden automatisch auch auf defikarte.ch und in den Geoportalen aufgeführt.
Projektgruppe
In der Projektegruppe wirkten folgende Personen mit:
- Regina Weibel, Präsidentin Promotion Laufental
- Stefan Finckh, Vorstandsmitglied Promotion Laufental
- Céline Marchon CM, Stiftung Ersthelfer
- Edith Borer, Ralf Züllig, Sabine Wirz: Samariterverein Laufen
- Margaritha Morgenstern, Gemeinderätin Duggingen und Instruktorin Nothilfe des Schweizerischen Sanitätskorps
- Tim Oelfke, Gemeinderat Liesberg
- Daniel Kottmann, Gemeinderat Wahlen
- Daniel Müller, Gemeinderat Zwingen und Teamleiter KSBL Rettungsdienst
- Karoline Sutter, Standortförderin Laufental Schwarzbubenland