Die Schweizer Wirtschat ist nach der Aufhebung des Mindestkurses gegen den Euro durch die Schweizerische Nationalbank am 15. Januar 2015 arg unter Druck geraten. Die Wirtschaft ist im ersten Quartal 2015 geschrumpft, die Zahl der Arbeitslosen steigt langsam an.
Auch in der Region Laufental-Schwarzbubenland haben sich die Wirtschaftsaussichten eingetrübt. Der eine oder andere Exporteur hat Stellen abgebaut, der grenzüberschreitende Einkaufstourismus schlägt sich im regionalen Detailhandel nieder, die Zulieferbetriebe müssen vermehrt um Aufträge kämpfen und die Margensituation ist angespannt.
Regionaler Arbeitsmarkt hat sich wieder stabilisiert
Kurz nach dem 15. Januar 2015 standen die Zeichen auf Sturm. Viele Unternehmen, Beschäftigte und Kommentatoren schienen paralysiert. Erste Entlassungen wurden vorgenommen an und die Zahl der Stellensuchenden zog rasch an. Das gilt für die Schweiz, für die Nordwestschweiz, aber auch für die Region Laufental-Schwarzbubenland. So musste innerhalb eines guten Jahres von Januar 2014 bis April 2015 ein Anstieg der Stellensuchenden in der Region von unter 900 Personen auf über 1000 Personen verzeichnet werden.
Inzwischen ist es bei der Entwicklung der Stellensuchenden zu einer Trendwende gekommen. Die Zugänge und Abgänge der Stellensuchenden bei der regionalen Arbeitsvermittlung RAV halten sich in etwa die Waage und die Zahl der offenen Stellen nimmt wieder zu, namentlich im Grossraum Basel.
Ein Blick auf die regionalen Arbeitslosenquoten bestätigt den Eindruck: Der Arbeitsmarkt ist bei uns relativ stabil und im Gleichgewicht. Dank der regionalen KMU-Struktur, der breit diversifizierten Branchenstruktur und des nahen Zentrums Basel mit seiner dominanten Life Sciences Branche, bleiben die Arbeitslosenquoten tief, stabil und unter dem Landesdurchschnitt.
Unsichere Zukunft
Wie geht es weiter? Angesichts der nicht enden wollenden Liste globaler Strukturprobleme, der Unsicherheiten um Griechenland, der Frankenstärke der kostenmässig attraktiver werdenden Produktionsstandorte ausserhalb der Schweiz und anderer Faktoren, sind die Perspektiven für die heimische Wirtschaft eingetrübt. Dieser Anpassungsdruck ist nicht neu. Die Schweizer Wirtschaft und die regionalen Unternehmen haben bereits mehrfach bewiesen, dass sie anpassungsfähig ist und sich mit einem veränderten Umfeld arrangieren können. Doch dieses Mal ist die Herausforderung gerade für die produzierende Industrie besonders gross und erinnert an die 1990er-Jahre. Da die Region Laufental-Thierstein neben gewerblichen Strukturen vor allem ein Industrie- und kein Dienstleistungsstandort ist und mehrheitlich in Bereichen tätig ist, die von der preislichen Wettbewerbsfähigkeit leben, wird sie mit den Herausforderungen besonders zu kämpfen haben.
Juni 2015 | |||
Laufental | Dorneck | Thierstein | |
Zahl der Stellensuchenden | 443 | 275 | 294 |
Zahl der Arbeitslosen | 267 | 176 | 171 |
Davon unter 25 Jahre alt | 31 | 22 | 34 |
Davon über 50 Jahre alt | 85 | 58 | 59 |
Langzeitarbeitslose | 39 | 27 | 18 |
Die Rezepte sind bekannt
Wie können wir Gegensteuer geben? Die Rezepte sind so einfach wie schwierig umzusetzen und uns nur allzu bekannt. Zuoberst steht der Faktor Bildung. Wir müssen besser, produktiver und innovativer sein als jene Länder, die preisgünstiger sind als die Schweiz. Aus- und Weiterbildung sind die Schlagworte und meinen sowohl die duale Berufsausbildung wie die gymnasiale Ausbildung stehen sich nicht entgegen, sondern sie müssen Hand in Hand gehen. (hierzu sei neben dem Artikel zum Gymnasium Laufen auf dieser Seite besonders auf die Berichterstattung zur Gratulationsfeier für Lehrabsolventen in dieser Ausgabe verwiesen). Dann müssen wir Sorge tragen, dass die fiskalischen Rahmenbedingungen für Unternehmen wie Privatpersonen attraktiv und leistungsfördernd sind. Ferner muss die Region als Arbeits- und Wohnort interessant sei, wozu es die sattsam bekannten Verbesserungen im Verkehrsbereich benötigt. Sodann braucht es von uns allen Leistungsbereitschaft und Berechenbarkeit, in der Schule, am Arbeitsplatz und an der Urne.
Gefordert sind die Unternehmen und Mitarbeiter bei der Suche nach neuen Märkten und Produkten, flexiblen Arbeitszeitmodellen und Wegen, die Produktivität zu erhöhen.